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EU-Parlament weicht Regeln für neue Gentechnik auf
Trotz intensiver Proteste hat das Europäische Parlament heute Pflanzen aus neuen gentechnischen Verfahren (NGT) aus dem strengen Gentechnikrecht herausgenommen. In zweiter Lesung hat es die mit Mitgliedstaaten und EU-Kommission im Trilog ausgehandelte Verordnung über NGT-Pflanzen endgültig verabschiedet. Keiner der 43 eingereichten Änderungsanträge erreichte eine Mehrheit. Ab 2028 dürfen die meisten NGT-Pflanzen und daraus hergestellte Lebensmittel auf den Markt, ohne dass sie geprüft, zugelassen und gekennzeichnet werden müssen. Hier beim Infodienst Gentechnik, der auch zukünftig die weitere Entwicklung kritisch begleiten wird, weiterlesen.
Oliver Willing, Geschäftsführer der Zukunftsstiftung Landwirtschaft kommentiert: „Es ist unverantwortlich die Weisheit der Evolution, die im Genom physisch verankert ist, an die kapitalistisch orientierten Marktmechanismen und an ein materialistisches Naturverständnis auszuliefern! Gerade die moderne Mikrobiomforschung zeigt uns, dass wir noch weit davon entfernt sind elementare Zusammenhänge wirklich zu verstehen!“
Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft zeigt mit ihren Förderprojekten des Saatgutfonds, wie innovativ auch ohne Gentechnik gearbeitet werden kann. Die geförderten Ökozüchtungsinitiativen bieten widerstandfähige und vielfältige Sorten, die Geschmack auf den Teller bringen.
Deutlich kommentiert auch Save our Seeds (SOS) die Fehlentscheidung des EU-Parlaments auf Ihrer Homepage.
Grundsätzlich gilt für die Bio-Branche: Sie arbeitet auch in Zukunft ohne Gentechnik.
Dies macht auch der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in seiner Pressemitteilung deutlich.