Aktuelles

12.05.2026

Einblicke in die Biodynamische Ausbildung – Yanila Gosewisch Osorio

Yanila Gosewisch Osorio ist in den Anden im Süden Kolumbiens aufgewachsen. Ihre Familie betreibt in einem kleinen Dorf ein agrarökologisches Bildungszentrum, in dem Permakultur, ganzheitliche Ökologie und gemeinschaftsbasierte Ansätze vermittelt werden.

In Deutschland hat Yanila im Gemüse- und Samenbau gearbeitet und seit dem Jahr 2023 ist sie Seminarleiterin für die Biodynamische Ausbildung im Norden.

Liebe Yanila, welche Aufgaben übernimmt eine Seminarleitung?

Als Seminarleiterin begleite ich Lernprozesse auf fachlicher und persönlicher Ebene. Dazu gehört die Vorbereitung und Durchführung von Seminaren, Kontakt erstellen zu Referent*innen für fachliche Inhalte, die Moderation von Gruppenprozessen sowie die Unterstützung der Auszubildenden in ihrer Entwicklung, sowohl praktisch in der Landwirtschaft und dem Gemüsebau als auch in ihrer Rolle innerhalb von Gemeinschaften. 

Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist es, Räume für gemeinsames Lernen zu schaffen, in denen Erfahrung, Reflexion und Austausch miteinander verbunden werden.

Was begeistert dich an der Biodynamischen Ausbildung?

Mich begeistert vor allem der ganzheitliche Ansatz. Landwirtschaft und Gartenbau werden nicht nur als Produktion verstanden, sondern als lebendiger Organismus, der Boden, Pflanzen, Tiere und den Menschen miteinander verbindet.
Das Besondere ist für mich die Verbindung von praktischer Arbeit, innerer Entwicklung und sozialem Lernen. Es geht nicht nur darum, Fähigkeiten zu erlernen, sondern auch ein Verständnis für Verantwortung, Beziehung und langfristige Regeneration zu entwickeln.
Ich erlebe die Ausbildung als einen Raum, in dem junge Menschen nicht nur einen Beruf lernen, sondern auch ihren eigenen Weg und ihre Haltung zur Welt vertiefen können.

Was braucht es aus deiner Sicht, damit sich mehr junge Menschen für einen Weg Landwirtschaft entscheiden?

Viele junge Menschen suchen nach sinnstiftenden Tätigkeiten, nach Gemeinschaft und nach Möglichkeiten, aktiv an einer regenerativen Zukunft mitzuwirken. Landwirtschaft kann genau das bieten, wenn sie als lebendiger, kreativer und sozialer Raum erfahrbar wird.

Wichtig sind dafür aus meiner Erfahrung folgende Aspekte:
• Lernorte, die Praxis, Gemeinschaft und persönliche Entwicklung verbinden
• Wertschätzung und faire Arbeitsbedingungen
• bessere Sichtbarkeit von den vielfältigen Wegen innerhalb der Landwirtschaft
• und Räume, in denen junge Menschen Verantwortung übernehmen und mitgestalten können

Gerade Ansätze wie Permakultur und bio-dynamische Landwirtschaft können hier Brücken bauen, weil sie ökologische, soziale und kulturelle Dimensionen miteinander verbinden und auch Perspektiven jenseits eines rein produktionsorientierten Systems eröffnen.

 Vielen Dank für den Austausch, Yanila!

Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft fördert die Biodynamische Ausbildung schon seit vielen Jahren. Das Netzwerk Biodynamische Bildung bildet das Dach von sechs Ausbildungsinitiativen, die die Ausbildung bundesweit koordinieren. Vier Ausbildungsregionen und zwei Landbauschulen gestalten dabei den Rahmen für Ausbildungsbetriebe und die Auszubildenden.

Eine Frau wäscht ihre Ernte in einer Badewanne
Yanila Gosewisch Osorio hat einige Jahre im Gemüse- und Samenbau gearbeitet und begleitet seit dem Jahr 2023 die Biodynamische Ausbildung als Seminarleiterin. Foto: privat

Weitere Neuigkeiten

Interview mit Seminarleiterin Yanila Gosewisch Osorio

Geht da noch was…..? Weitere Verzögerung bei EU-Abstimmung zur Gentechnik

Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft auf dem Gutes Morgen Festival in Bochum