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Transparenz von Pestiziddaten gefordert

Seit dem Jahr 2011 besteht eine Dokumentationspflicht für gewerblichen Anwendungen von Pestiziden. Alle landwirtschaftlichen Betriebe zeichnen auf, wann sie wo welches Pestizid ausgebracht haben. Doch die Daten werden von den Behörden nicht zentral erfasst, ausgewertet und veröffentlicht. 

Das Umweltinstitut München fordert, dass alle Daten zum Pestizideinsatz in Deutschland veröffentlicht werden. Eine Online-Karte könnte sichtbar machen, in welcher Region wann was gespritzt wird. Nur so können sinnvolle Maßnahmen zur Risikoreduzierung von Pestiziden umgesetzt werden. Auch die Wissenschaft hat ein großes Interesse daran, die Umwelt- und Gesundheitsbelastung durch Pestizide wissenschaftlich zu belegen, doch bisher fehlt dafür die Datengrundlage.

Gemeinsam mit einem breiten Netzwerk aus Wasserversorgern und ihren Verbänden, Wissenschaftler*innen sowie Umwelt- und Naturschutzorganisationen macht das Umweltinstitut München auf die Wichtigkeit der Daten aufmerksam.

Mehr Informationen sowie eine Unterschriftenaktion finden Sie auf der Seite Pestizidtransparenz. Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft unterstützt das Vorhaben des Umweltinstituts München  mit 10.000 €.

Im Jahr 2022 veröffentlichte das Umweltinstitut München die Pestiziddaten von Apfelbaubetrieben aus dem Vinschgau und machte auf den intensiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Südtirol aufmerksam. Die Betriebshefte wurde im Rahmen des Pestizidprozesses zwischen dem damaligen Agrarreferent des Umweltinstituts Karl Bär und dem Südtiroler Landesrat für Landwirtschaft und hunderten Landwirt*innen beschlagnahmt und dem Umweltinstitut München zur Verfügung gestellt.
 

Mit einem Traktor wird auf einem Acker ein Herbizid ausgebracht.
Gewerbliche Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln müssen seit 2011 dokumentiert werden, die Daten werden jedoch nicht gesammelt und ausgewertet. Bildrechte: pixabay_schauhi

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