01.02.2023

Einmalige Übersicht: Pestiziddaten aus Südtiroler Obstbau veröffentlicht

Das Umweltinstitut München e.V. erhielt Einsicht in die Betriebshefte von 681 Apfelbaubetrieben aus der Region Vinschgau in Südtirol und wertete die Daten aus 2017 aus.

Die Betriebshefte wurde im Rahmen des Pestizidprozesses zwischen dem damaligen Agrarreferent des Umweltinstituts Karl Bär und dem Südtiroler Landesrat für Landwirtschaft und hunderten Landwirt*innen beschlagnahmt und dem Umweltinstitut München zur Verfügung gestellt. Karl Bär wurde 2017 angezeigt, weil er den Pestizideinsatz in Südtirol öffentlich angeprangert hat. Im September 2022 sprach das Gericht Karl Bär und das Umweltinstitut München von allen Vorwürfen frei.

Die Ergebnisse geben erstmals einen umfänglichen Einblick in die Pestizideinsätze in Vinschgauer Obstbaubetrieben und sind ein einzigartiger Datenschatz für den europäischen Raum. Die Auswertung zeigt unter anderem, dass von Anfang März bis Ende September jeden Tag Pflanzenschutzmittel gespritzt wurden und es auch Behandlungen mit gefährlichen Pestizidcocktails gab.
Das Umweltinstitut München fordert nun, dass die gefährlichsten Pestizide und alle Herbizide im Südtiroler Obstanbau sofort verboten werden. Weitere Informationen zu der Studie finden Sie in der Pressemeldung des Umweltinstitut Münchens oder in der ausführlichen Auswertung.

Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft hat das Umweltinstitut München bei der Verarbeitung und Auswertung der Daten aus den Betriebsheften mit 5.000 € unterstützt.

 

Foto: Jörg Farys

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