22.04.2022

Keine Hähne mehr durch Gentechnik?!

In der EU gilt eigentlich: gentechnisch veränderte Tiere und deren Produkte dürfen nur gehandelt werden, wenn sie eine Risikoüberprüfung durchlaufen und als Gentechnik gekennzeichnet werden.

Eigentlich, denn nun möchte ein Unternehmen Legehennen verkaufen, die von gentechnisch veränderten Tieren abstammen. Die durch den Einsatz von Genscheren wie CRISPR durchgeführten Veränderungen in den Elterntieren sorgen dafür, dass die männlichen Küken direkt im Ei absterben. So werden nur weibliche Legehennen ausgebrütet.

Diese Tiere und deren Eier sollen, laut einem Schreiben der EU-Kommission von 2021, ohne Kennzeichnung oder Risikoprüfung verkauft werden. Die Kommission beruft sich in dem Schreiben allein auf die Versicherung des Herstellers, dass die Tiere und Eier unbedenklich seien und die Nachkommen keine veränderten Gene enthalten.
So würde, still und heimlich, Gentechnik auf unseren Teller landen.

Hier ist die Bundesregierung gefragt. Diese muss sich in Deutschland und der EU dafür einsetzen, dass es nicht zu einer heimlichen Deregulierung des Gentechnikgesetzes kommt.

Mehr zur Hühnerzüchtung durch den Einsatz von Genscheren können Sie beim Infodienst Gentechnik lesen.

Dass die Hähne der Legehennen überflüssig geworden sind, hat mit der starken Spezialisierung in der Zucht zu tun. Der Tierzuchtfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft unterstützt deswegen Projekte, die dieser einseitigen Zucht etwas entgegenstellen.

 

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